Day 11 – Graceland

Sonntag. Endlich Sonntag. Endlich Graceland. Der Wecker weckte mich früh. Ich hatte vorher gelesen, dass die Graceland Touren um 10 Uhr beginnen. Wollte auf jeden Fall früher da sein, um nicht ewig in der Schlange zu stehen. Schließlich ist Graceland das am zweitmeisten besuchte Haus in den USA. Nach dem weißen Haus.
Bin dann gegen neun los zum Kassenhaus und war froh dort nur ne Handvoll Leute in einer Schlange vor dem noch geschlossenen Schalter anzutreffen. Als dann die Touren begannen war ich somit auch unter den ersten Leuten an dem Tag die Graceland betreten durften.

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Nach heutigen Maßstäben ist das Haus eher klein. Damals in dern 50′ern jedoch war es ein stattliches Anwesen. Es war schon cool zu sehen wie der King gelebt hat. Vieles der Einrichtung ist noch original. In der Küche steht beispielsweise noch der original schwarz-weiss Fernseher von damals. Viele Original Möbel und Einrichtungsgegenstände. Ganz abgesehen davon, dass Elvis hier gelebt hat ist es interessant durch ein Haus zu laufen, welches seit den 70′ern nicht mehr sonderlich verändert wurde. Ein interessanter Einblick in die Einrichtung von damals.


Die obere Etage ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Nur seine Ex-Frau Priscilla und seine Tochter Lisa Marie dürfen dorthin. Oben liegt Elvis Schlafzimmer, wo wohl selbst die Wäsche nicht aus den Schränken entfernt wurde nach seinem Tod. Dort in der ersten Etage wurde er auch am 16. August 1977 tot aufgefunden.

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Man weiß von Nicolas Cage, dass er mal dort oben war. Er hat das schlau angestellt und einfach Lisa Marie geheiratet. :-) Anderen Stars und selbst Bill Clinton blieb der Zutritt allerdings verwehrt.
Draußen auf dem Gelände erwartet einen dann noch das Grab von Elvis und anderen Familienangehörigen. Irgendwie auch sehr bewegend.
Wer auch nur irgendwas mit Elvis anfangen kann, dem kann ich nur empfehlen mal hierher zu kommen.
Anschließlich hab ich noch die Souvenir Shops von Graceland geplündert. :-) Denn wo kann man besseres Elvis Merchandise kaufen, wenn nicht in Graceland!
Anschließend ging es mit dem Flieger wieder zurück nach Chicago.

elvis_Presley_BiographyEs ist schon beeindruckend, was Elvis für die Pop Musik geleistet hat. Ich denke er war der erste Rockstar, Popstar, Superstar, was-auch-immer Star. Er hat maßgeblich die Musik des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Ich meine seine Musik läuft immer noch hier im Radio, am Flughafen in Memphis und auch bei McDonalds in Chicago. Elvis ist immer noch überall präsent.
Er hat Rock ‘n Roll gewiss nicht erfunden, aber er hat das Ding groß gemacht und seinen eigenen Stempel aufgedrückt. Oder wie er selbst es bei seinem ersten Vorstellungsgespräch im Sun Studio gesagt hat, als er gefragt wurde wie seine Musik klingen würde:
“I don’t sound like nobody.”

Oder wie John Lennon einmal sagte:

“Before Elvis, there was nothing.”

 

 

Dann ging’s wieder zurück nach Chicago. Um etwas Zeit zu sparen bin ich zurück geflogen. Der Flughafen in Memphis ist sehr klein. Es gab gerade mal einen Zeitungsladen und ein Fastfood Schalter. Sehr übersichtlich. Da kann man sich nicht verlaufen! :-)

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Chicago von oben

Maxi, Andre, Markus und ich haben uns dann abends in nem guten Seafood Restaurant getroffen und erstmal lecker gegessen und uns ausgetauscht. Anschließend wollte jeder mal meine neue tolle Elvis Brille aufsetzen! Die ist aber auch einfach unwiderstehlich. ;-)

Um den Abend würdig zu beenden sind wir dann noch zum Hancock Tower um in der Signature Lounge im 96. Stock bei einen Cocktail/Bier den unbeschreiblichen Blick auf das nächtliche Chicago zu geniessen.
Was für ein überwältigender Ausklang für einen überwältigenden Tag!

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Day 10 – Walking in Memphis

Samstag morgens ging’s dann schon früh los, da ich in Memphis um 13 Uhr eine Bustour gebucht hatte. Trotzdem geriet ich dann in Eile. So nah ist Memphis dann auch nicht. Nach einer über 4 Stunden langen Fahrt kam ich dann doch gegen halb 1 im Parkhaus in Memphis an und konnte mich 10 min vor Beginn der Tour vor Ort einchecken. Puh, geschafft!

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Good morning St. Louis!

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Hatte auch ganz vergessen, dass ja in Memphis diese große Pyramide steht. Als ich über den Mississippi in Memphis gefahren bin hatte ich einen guten Blick darauf. Ohne etwas gegessen zu haben ging es dann auf die Bustour. Ein paar Chips mussten erstmal reichen. Die Tour kann ich nur empfehlen. Sie wurde von einem Blues Musiker geleitet, welcher Anekdoten zu den verschiedenen Orten und Musikern mit Blues Songs verbunden hat. Die Tour war dadurch sehr locker und lustig.

 

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My fellow companions!

In der Tour enthalten war auch ein Abstecher zu dem berühmten Sun Studio. Hier haben Elvis, Johnny Cash, Jerry Lee Lewis und viele andere ihre ersten Platten aufgenommen. Das Studio an sich ist sooo klein. Unglaublich wenn man bedenkt wieviel Musik Geschichte auf den paar Quadratmetern entstanden ist. Ich habe dort kurz mit einer alten Dame gesprochen, die auch an der Führung teilnahm. Sie verband offenbar viele Erinnerungen mit den Songs, die dort während der Führung vorgespielt wurden. Es war sehr rührend zu sehen, wie sie bei jedem Song mitwippte und leise mitsang. Sie hatte diese Zeit in den 50′ern hautnah mitbekommen und als junge Frau dazu getanzt.

Ich durfte sogar mal ein Mikrofon halten, mit dem angeblich schon Elvis gesungen hat! Ob das stimmt keine Ahnung, aber trotzdem ein cooles Gefühl!

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Ich mit Elvis Mikrofon!

Außerdem konnte ich die Parkbühne “The Shell” sehen wo Elvis und Johnny Cash ihre ersten Auftritte hatten. Wir sind auch an einem Apartment von Johnny Cash vorbeigefahren, welches für die Dreharbeiten von “I walk the line” auch als Set benutzt wurde. Auch das Lorraine Motel habe ich gesehen. Dort wurde Dr. Martin Luther King erschossen. Zeitgeschichte.

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Memphis ist ganz anders als Chicago. Man spürt hier mehr den Südstaaten Vibe. Sowohl im Dialekt, wie auch am Essen, an der Architektur, an der Hitze (es waren schon 26 Grad im Schatten), den lockeren Umgang und der Blues Musik an jeder Ecke.
Nach der Tour gab’s dann erstmal authentisches Südstaaten Essen in einem authentischem Diner auf der Beale Street. Da war anscheinend irgendein ein Corvette Treffen. Jedenfalls stand die ganze Straße voll mit Corvettes.

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Im Hotel angekommen, welches direkt neben Graceland lag, lief natürlich überall auf dem Gelände Elvis Musik. Alles in dem Hotel war mit Fotos von Elvis dekoriert, selbst die Zimmer. Sehr stilecht.

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Bin dann nochmal zu Fuß zu Graceland und habe einen Blick auf das Haus erhaschen können. Am nächsten Morgen wollte ich das Haus dann besichtigen. Abends bin ich dann nochmal nach Downtown Memphis um die Beale Street bei Nacht zu erleben. Viel Live Musik, viel Blues und viele Leute dort. Wie ein großes Straßenfest! Selbst Alkohol trinken ist hier auf offener Straße erlaubt. Eine Seltenheit in Amerika. Dafür steht aber auch an jeder Ecke ein kleines Polizei Aufgebot. Im Hardrock Cafe gab’s dort die Original Hüte und Sonnenbrillen aus dem Film Blues Brothers zu sehen!!!

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Graceland aus der Ferne

 

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The Blues Brothers

Day 9 – Getting my kicks on Route 66

So, ich hab hier ein wenig aufzuholen im Blog. Das letzte Wochenende war sehr aufregend und ereignisreich. Ich bin überhaupt nicht dazu gekommen ins Blog zu schreiben, da ich im Hotel nur geschlafen habe. Ich hatte mir freitags ein Auto gemietet um die Route 66 zu befahren, den Arch in St. Louis zu sehen um dann bis nach Memphis zu fahren und dort letztendlich Graceland – das Haus von Elvis Presley – zu besuchen. Aber der Reihe nach.
Die ersten paar Meilen mit dem Auto durch Chicago und den Berufsverkehr am Freitag nachmittag waren sehr anstrengend zu fahren. Ich kam auch quasi nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Ist auch irgendwie komisch gelöst, dass man hier von lnks auf die Autobahn auffährt nur um dann 5 Spuren weiter rechts wieder die Ausfahrt nehmen zu müssen. Wer denkt sich so was aus?
Es dauerte wahrscheinlich so ne dreiviertel Stunde bis ich aus dem dichten Chicago Verkehr raus war. Danach war es einfach toll mal wieder hier in den Staaten Auto zu fahren und übers Wochenende frei zu haben. Die Vorfreude auf die Route 66 und Memphis stellte sich ein und als ich endlich nach einer langen Umleitung auf der Route 66 angekommen war machte sich ein breites Grinsen auf meinem Gesicht breit. Natürlich wurde sofort der entsprechende Song von Depeche Mode gestartet!

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Mein erster Stop an der Route 66 war ein altes familiäres Diner in Dwight, IL. Coole Location an einer alten historischen Texaco Tankstelle. Im Diner gab es sehr leckeres “Broasted Chicken” zu essen. Das ist in etwa so wie bei KFC. Nur besser!
Dort kann man sich übrigens auch mit ein paar Route 66 Souvenirs eindecken.

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Dann ging es wieder auf die alte Route 66 Richtung Pontiac, IL. Dort gibt es ein Route 66 Museum was leider um die Zeit schon zu hatte. Wusste ich vorher, wollte trotzdem dorthin, weil die dort ein riesiges Route 66 Emblem auf die Häuserwand gemalt haben.

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Anschließend ging die Sonne unter und ich bin die letzten 3 Stunden nach St. Louis auf der Interstate 55 gefahren, welche quasi die moderne Variante der Route 66 ist, welche abschnittsweise parallel verläuft. Die Route 66 ist ja nicht mehr komplett erhalten.
In St. Louis bin ich dann erst abends um 23 Uhr angekommen. Habe dort ein Zimmer im obersten Stock bekommen mit toller Aussicht auf den “Gateway Arch”. Direkt am Mississippi. Das Ding ist 192m hoch und genauso breit. Sehr beeindruckend. Bin nachts noch hin und hab drunter gestanden. Es schimmert auch schön nachts.
Glücklich und KO vom ersten Teil der Fahrt bin ich dann aber auch ins Bett gefallen…

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Day 8 – Art Institute

Heute ist also Halbzeit. Letzte Woche um dieselbe Zeit war ich auch schon hier. So langsam wird mir bewußt, dass ich nicht alles hier sehen kann, was ich gern sehen würde. Die Stadt ist einfach zu groß!

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Da donnerstags das Art Institute Museum bis 20 Uhr geöffnet hat, bin ich heute nach der Arbeit zusammen mit Markus dorthin. Von außen sieht das Museum auch gar nicht so groß aus. Ich dachte 2 Stunden müssten dafür locker reichen. Aber das Museum ist ziemlich groß. Vielleicht nicht so groß wie der Louvre, aber doch zu groß um in 2 Stunden auch nur annähernd alles in Ruhe sehen zu können. Immerhin war es dafür nicht so voll wie im Louvre.

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Eins der berühmtesten Gemälde dort ist “Nighthawks” von Edward Hopper, was wahrscheinlich jeder schonmal gesehen hat. Leider war dieses Gemälde mal wieder auf Tour und daher nicht zu sehen. Gut dass ich es vor ein paar Jahren im Ludwig Museum in Köln sehen konnte! ;-)

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Ansonsten gab es einige beeindruckende Impressionisten zu sehen, wie Monet, Degas, etc.

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Es gab auch eine Fotografie Abteilung, die nicht der Rede wert war. Vielleicht auch der Grund warum die Toiletten und die Fotografie immer zusammen ausgeschildert waren. :-)

Oh beim nächsten Bild meinte eine Amerikanerin zu einer anderen: “Pfff, french!”

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Und van Gogh war auch da:

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Und hier mein leider etwas verunglückter, ultimativer Selfie-Selfie!!!

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Morgen dann nochmal einen Tag arbeiten. Abends werd ich mich dann hoffentlich in meinen Mietwagen setzen und die Route 66 entlang fahren!!!